Schon wieder Sonne. Schon wieder heiter. Schon wieder sind es 20° C
Hm. Schon wieder Sonne. Schon wieder heiter. Schon wieder sind es 20° C. Ganz so, als ob man nichts besseres zu tun hätte, als draußen im Park zu liegen. Eine richtiggehende Frechheit ist das ...;)
Aber nun ja.
Vorhin im Bus, ein offenbar frisch verliebtes Paar. Eng umschlungen saßen sie da, flüsternd und alle Widrigkeiten des Alltags und der nüchternen Realität absorbierend. Ein schöner, beruhigender Anblick. Der Bus fährt gemächlich rumpelnd vor sich hin, durchquert die Stadt und nach ca. 1000 Küssen wenden sie beide kurz den Blick voneinander ab. Sie schaut auf einen der Monitore mit dem Fahrgastfernsehen, er nach draußen, eine Gruppe Jugendlicher mit Flaschenbier in den Händen. Auf dem Schirm gerade zu sehen die Ankündigung eines internationalen Feuerwerkwettbewerbs, heute Abend. Dann vertiefen sich beide wieder ineinander. Vier Haltestellen später steigen sie auch, ich ebenfalls. "Sehen wir uns nachher noch?"
"Ja, unbedingt ..." "Im Park?" "Okay ..." "Hab dich lieb!" "Ich dich auch ...!"
Jetzt aber erstmal jeder nach Hause. Mit glänzenden Augen schnell noch eine Salve Küsse, dann auseinander.
Ich halte kurz inne, sehe in den Himmel und bemerke, ganz hinten am Horizont baut sich eine dunkle Gewitterwand auf. Allerdings sehe nur ich sie.
Ich stelle mir vor, wie es mit den beiden heute Abend weitergehen wird. Voller Erwartungsfreude machen sie sich frisch, sie, eher romantisch gestimmt, sucht dementsprechend ihr Outfit aus, er, in Erwartung eines Trinkabends auf der Wiese mit den Kumpels, bei dem er ihnen endlich seine neue Freundin vorstellen kann, robustere Kleidung.
Als sie kommt, ist er schon da. Und vier seiner Kumpels ebenfalls. Sie trinken Dosenbier. Auf dem Boden liegen Reste von Döner- und Falafeltaschen. Sie setzt sich dazu, zieht ein finsteres Gesicht. Was los sei, will er wissen, aber so richtig antwortet sie nicht. Trinkt aus Höflichkeit ein Bier mit, ist ansonsten aber sehr still den Rest des Abends über. Als schließlich das Feuerwerk beginnt, kann er sich schon kaum noch artikulieren. Sie wird zusehends gereizter. Schließlich gehen sie ein Stück beiseite und fangen an, sich zu streiten. Sie sei "so zickig", würde sich gar nicht richtig für seine Kumpels interessieren, er "doch schon total betrunken".
Wutentbrannt wird sie gehen und sich an anderer Stelle das Feuerwerk ansehen, den Rotwein öffnen, den sie mitgebracht hat, ein Glas in ihrer Tasche lassen, die Weintrauben und den Käse auf eine Serviette legen und sich mit einer anderen die Tränen aus den Augen wischen. Dann wird sie den schönen, handgeschriebenen Brief für ihn rausholen, ihn lesen, sich selbst total albern und kitschig finden und ihn zerreissen.
Er wird unterdessen weiter trinken, auch stiller werden und beide werden ein großes Fragezeichen im Kopf haben, was denn nun eigentlich passiert sei.
Wahrscheinlich kennt diese Situation jeder, mehr oder weniger. Manchmal reicht es nicht aus, bloß den kleinsten gemeinsamen Nenner in einer Beziehung festzulegen, damit alles in Ordnung ist. Manchmal meint man, man geht von ein und derselben Sache aus und spricht gar nicht darüber, was genau man sich eigentlich vorstellt und was genau man eigentlich erwartet, z. B. von einem gemeinsamen Abend im Park.
Ein gemeinsamer Abend im Park ist eben nicht gleich ein gemeinsamer Abend im Park.
Und hat nicht jeder schon mal so einen "gemeinsamen Abend im Park" erlebt?
Aber nun ja.
Vorhin im Bus, ein offenbar frisch verliebtes Paar. Eng umschlungen saßen sie da, flüsternd und alle Widrigkeiten des Alltags und der nüchternen Realität absorbierend. Ein schöner, beruhigender Anblick. Der Bus fährt gemächlich rumpelnd vor sich hin, durchquert die Stadt und nach ca. 1000 Küssen wenden sie beide kurz den Blick voneinander ab. Sie schaut auf einen der Monitore mit dem Fahrgastfernsehen, er nach draußen, eine Gruppe Jugendlicher mit Flaschenbier in den Händen. Auf dem Schirm gerade zu sehen die Ankündigung eines internationalen Feuerwerkwettbewerbs, heute Abend. Dann vertiefen sich beide wieder ineinander. Vier Haltestellen später steigen sie auch, ich ebenfalls. "Sehen wir uns nachher noch?"
"Ja, unbedingt ..." "Im Park?" "Okay ..." "Hab dich lieb!" "Ich dich auch ...!"
Jetzt aber erstmal jeder nach Hause. Mit glänzenden Augen schnell noch eine Salve Küsse, dann auseinander.
Ich halte kurz inne, sehe in den Himmel und bemerke, ganz hinten am Horizont baut sich eine dunkle Gewitterwand auf. Allerdings sehe nur ich sie.
Ich stelle mir vor, wie es mit den beiden heute Abend weitergehen wird. Voller Erwartungsfreude machen sie sich frisch, sie, eher romantisch gestimmt, sucht dementsprechend ihr Outfit aus, er, in Erwartung eines Trinkabends auf der Wiese mit den Kumpels, bei dem er ihnen endlich seine neue Freundin vorstellen kann, robustere Kleidung.
Als sie kommt, ist er schon da. Und vier seiner Kumpels ebenfalls. Sie trinken Dosenbier. Auf dem Boden liegen Reste von Döner- und Falafeltaschen. Sie setzt sich dazu, zieht ein finsteres Gesicht. Was los sei, will er wissen, aber so richtig antwortet sie nicht. Trinkt aus Höflichkeit ein Bier mit, ist ansonsten aber sehr still den Rest des Abends über. Als schließlich das Feuerwerk beginnt, kann er sich schon kaum noch artikulieren. Sie wird zusehends gereizter. Schließlich gehen sie ein Stück beiseite und fangen an, sich zu streiten. Sie sei "so zickig", würde sich gar nicht richtig für seine Kumpels interessieren, er "doch schon total betrunken".
Wutentbrannt wird sie gehen und sich an anderer Stelle das Feuerwerk ansehen, den Rotwein öffnen, den sie mitgebracht hat, ein Glas in ihrer Tasche lassen, die Weintrauben und den Käse auf eine Serviette legen und sich mit einer anderen die Tränen aus den Augen wischen. Dann wird sie den schönen, handgeschriebenen Brief für ihn rausholen, ihn lesen, sich selbst total albern und kitschig finden und ihn zerreissen.
Er wird unterdessen weiter trinken, auch stiller werden und beide werden ein großes Fragezeichen im Kopf haben, was denn nun eigentlich passiert sei.
Wahrscheinlich kennt diese Situation jeder, mehr oder weniger. Manchmal reicht es nicht aus, bloß den kleinsten gemeinsamen Nenner in einer Beziehung festzulegen, damit alles in Ordnung ist. Manchmal meint man, man geht von ein und derselben Sache aus und spricht gar nicht darüber, was genau man sich eigentlich vorstellt und was genau man eigentlich erwartet, z. B. von einem gemeinsamen Abend im Park.
Ein gemeinsamer Abend im Park ist eben nicht gleich ein gemeinsamer Abend im Park.
Und hat nicht jeder schon mal so einen "gemeinsamen Abend im Park" erlebt?
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