He she it, "s" muss mit
Vor ein paar Tagen diesen Artikel hier auf flirtblogger.com gelesen. Der Autor Rene — natürlich ist es ein Mann — stellt ein paar Betrachtungen an über die Vorauswahl die er trifft, wenn er sich mit Frauen verabredet. Was zunächst relativ kurzweilig daherkam, machte mich beim etwas längeren Nachdenken dann doch irgendwie, ja, nachdenklich natürlich.
Es geht in seinem Text um die Kriterien, welche er beim online-Dating von vorneherein ausschließt. Dass er sich eben nicht mit einer Metzgerin treffen würde, die andere Musik höre als er selber, z. B. Nu Metal, und, um einer auf der Hand liegenden Kritik gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, schickt er noch hinterher, dass man das jetzt ruhig oberflächlich nennen könne. Er selbst betrachte es aber bloß als sein gutes Recht. Welches wir ihm natürlich nicht nehmen wollen. Und so gönnen wir ihm sein gutes Recht und gleichzeitig gönnen wir allen Nu Metal hörenden Metzgerinnen das Recht, niemals von ihm angeschrieben und nach einem Treffen gefragt zu werden.
Könnten ja jetzt alle zufrieden sein und ihrer ausgetrampelten Pfade gehen, aber es geht ja noch weiter im Text. Gestern Abend nämlich habe der Autor mal wieder ein Date gehabt, und zwar mit einer "süßen Maus", wie er sagt. Diese süße Maus, die plötzlich ganz schnell zur Aufziehpuppe mutierte, erzählte nämlich für seinen Geschmack etwas zu viel von Charlotte Roches Roman Feuchtgebiete. Und hier fängt dann auch die geistige Nebelbank an.
Eigentlich sei das ja nicht schlimm, aber eigentlich ja doch. Zumindest so schlimm, dass Rene es nun in den Vorab-Fragenkatalog aufnimmt, wenn er sich in Zukunft online nach Frischfleisch umschaut, um sich dadurch davor zu schützen, jemals wieder an eine dieser Frauen zu geraten, deren Lieblingsbuch eben Feuchtgebiete ist. Nicht auszudenken wäre das ja, ergo — nicht schlimm also, kein Stress, bitte.
Um einer eventuell auf der Hand liegenden Kritik gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen wird vorgeschickt, dass man das Buch ja gar nicht gelesen habe. Warum auch solle man es lesen. Man weiß schließlich nichts über Körperflüssigkeiten und das soll bitteschön auch so bleiben. Und um Körperflüssigkeiten gehts doch in Feuchtgebiete, oder? Kennt jemand vielleicht dieses Buch ...?
Aber weil Rene ein toleranter Mensch ist und sich so seine Gedanken macht, darf es dieses Buch von ihm aus auch trotzdem geben und er diskutiert sogar ein bisschen mit, erst gestern Abend wieder mit der süßen Aufziehpuppe. Selbst zugehört hat er seiner Date-Partnerin, alle Achtung. Was ihn aber dann doch nicht so zufrieden stimmte, denn seine Pläne für diesen oder einen der folgenden Abende, die sich in etwa so zusammen fassen lassen — Schlafzimmer, Brunftschrei, Kleider vom Leib reissen (wild) — wurden dadurch durchkreuzt, dass sie ihrerseits von ihren Plänen erzählte, mit Freundinnen zusammen ausprobieren zu wollen, wie es sei, mal ohne künstliche Duftstoffe zu sein und einmal im Leben den ureigenen Körpergeruch wahrzunehmen und wenn es auch nur deswegen sei, zu sehen, wie Männer darauf reagierten. Das sei zuviel, so Rene, ein No-Go, das solle nicht und niemals ausprobiert werden, das sei, Gott bewahre, abtörnend. Eine Frechheit, eine maßlose.
Ende der Durchsage.
"Den Rest des Abends verbrachte ich also allein zu Hause, wühlte in meiner Plattensammlung und summte zu Housemaid feat. Kim There are two things in the world that smells like fish…."
Nachdenklich gemacht haben mich dabei jetzt zweierlei Dinge. Könnte es erstens nicht vielleicht so sein, dass Frauen von einer Jahrhunderte alten Unterdrückung durch den Mann, der vorgibt, wie Frauen zu sein bzw. zu riechen haben, die Nase gestrichen voll haben und eben genau deswegen das Bedürfnis entwickeln, dies durch eigene Maßstäbe zu brechen und lieber so riechen wollen, wie sie riechen? Schon mal daran gedacht, werter Rene? Natürlich muss man das dann in der Konsequenz nicht mögen. Aber natürlich muss man zugewiesene Frauenbilder auch nicht mögen und da wir ja eingangs von guten Rechten sprachen, ist es nicht ein gutes, ja, ein sogar wichtiges Recht, sich von sowas frei zu machen?
Die zweite Sache mit Nachdenklichkeitscharakter war die, ob Rene seine Platte von Housemaid feat. Kim aufgrund des offensichtlichen Druckfehlers auf dem Cover vielleicht gewinnbringend als Rarität versteigern könnte ...?
Ratlos.
Es geht in seinem Text um die Kriterien, welche er beim online-Dating von vorneherein ausschließt. Dass er sich eben nicht mit einer Metzgerin treffen würde, die andere Musik höre als er selber, z. B. Nu Metal, und, um einer auf der Hand liegenden Kritik gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, schickt er noch hinterher, dass man das jetzt ruhig oberflächlich nennen könne. Er selbst betrachte es aber bloß als sein gutes Recht. Welches wir ihm natürlich nicht nehmen wollen. Und so gönnen wir ihm sein gutes Recht und gleichzeitig gönnen wir allen Nu Metal hörenden Metzgerinnen das Recht, niemals von ihm angeschrieben und nach einem Treffen gefragt zu werden.
Könnten ja jetzt alle zufrieden sein und ihrer ausgetrampelten Pfade gehen, aber es geht ja noch weiter im Text. Gestern Abend nämlich habe der Autor mal wieder ein Date gehabt, und zwar mit einer "süßen Maus", wie er sagt. Diese süße Maus, die plötzlich ganz schnell zur Aufziehpuppe mutierte, erzählte nämlich für seinen Geschmack etwas zu viel von Charlotte Roches Roman Feuchtgebiete. Und hier fängt dann auch die geistige Nebelbank an.
Eigentlich sei das ja nicht schlimm, aber eigentlich ja doch. Zumindest so schlimm, dass Rene es nun in den Vorab-Fragenkatalog aufnimmt, wenn er sich in Zukunft online nach Frischfleisch umschaut, um sich dadurch davor zu schützen, jemals wieder an eine dieser Frauen zu geraten, deren Lieblingsbuch eben Feuchtgebiete ist. Nicht auszudenken wäre das ja, ergo — nicht schlimm also, kein Stress, bitte.
Um einer eventuell auf der Hand liegenden Kritik gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen wird vorgeschickt, dass man das Buch ja gar nicht gelesen habe. Warum auch solle man es lesen. Man weiß schließlich nichts über Körperflüssigkeiten und das soll bitteschön auch so bleiben. Und um Körperflüssigkeiten gehts doch in Feuchtgebiete, oder? Kennt jemand vielleicht dieses Buch ...?
Aber weil Rene ein toleranter Mensch ist und sich so seine Gedanken macht, darf es dieses Buch von ihm aus auch trotzdem geben und er diskutiert sogar ein bisschen mit, erst gestern Abend wieder mit der süßen Aufziehpuppe. Selbst zugehört hat er seiner Date-Partnerin, alle Achtung. Was ihn aber dann doch nicht so zufrieden stimmte, denn seine Pläne für diesen oder einen der folgenden Abende, die sich in etwa so zusammen fassen lassen — Schlafzimmer, Brunftschrei, Kleider vom Leib reissen (wild) — wurden dadurch durchkreuzt, dass sie ihrerseits von ihren Plänen erzählte, mit Freundinnen zusammen ausprobieren zu wollen, wie es sei, mal ohne künstliche Duftstoffe zu sein und einmal im Leben den ureigenen Körpergeruch wahrzunehmen und wenn es auch nur deswegen sei, zu sehen, wie Männer darauf reagierten. Das sei zuviel, so Rene, ein No-Go, das solle nicht und niemals ausprobiert werden, das sei, Gott bewahre, abtörnend. Eine Frechheit, eine maßlose.
Ende der Durchsage.
"Den Rest des Abends verbrachte ich also allein zu Hause, wühlte in meiner Plattensammlung und summte zu Housemaid feat. Kim There are two things in the world that smells like fish…."
Nachdenklich gemacht haben mich dabei jetzt zweierlei Dinge. Könnte es erstens nicht vielleicht so sein, dass Frauen von einer Jahrhunderte alten Unterdrückung durch den Mann, der vorgibt, wie Frauen zu sein bzw. zu riechen haben, die Nase gestrichen voll haben und eben genau deswegen das Bedürfnis entwickeln, dies durch eigene Maßstäbe zu brechen und lieber so riechen wollen, wie sie riechen? Schon mal daran gedacht, werter Rene? Natürlich muss man das dann in der Konsequenz nicht mögen. Aber natürlich muss man zugewiesene Frauenbilder auch nicht mögen und da wir ja eingangs von guten Rechten sprachen, ist es nicht ein gutes, ja, ein sogar wichtiges Recht, sich von sowas frei zu machen?
Die zweite Sache mit Nachdenklichkeitscharakter war die, ob Rene seine Platte von Housemaid feat. Kim aufgrund des offensichtlichen Druckfehlers auf dem Cover vielleicht gewinnbringend als Rarität versteigern könnte ...?
Ratlos.
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